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Planung & bauliche Voraussetzungen
Die häufigste Sorge, mit der Eigenheimbesitzer zu uns kommen, lautet: „Ist bei mir überhaupt genug Platz?“ Fast immer lautet die Antwort: ja. Selbst enge Treppenhäuser sind heute kein Ausschlusskriterium mehr, solange Breite und Kopffreiheit innerhalb bestimmter Werte liegen.
Wie groß der Platzbedarf im konkreten Fall ausfällt, klärt sich beim Vor-Ort-Termin. Einer unserer Techniker misst Ihre Treppe aus, erfasst Stufenbreite, Neigung und Wandverlauf und markiert, wo Türen, Heizkörper oder Fensterbänke der Schiene im Weg sein könnten. Aus diesen Daten entsteht später die passgenaue Schienenführung, und wir wissen schon vor der Bestellung, welche baurechtlichen Vorgaben in Ihrem Haus gelten.
Wie breit muss eine Treppe sein für einen Treppenlift?
Die Antwort fällt je nach Wohnsituation unterschiedlich aus. Beim klassischen Sitzlift unterscheiden wir vor allem zwei Fallgruppen.
Im Einfamilienhaus sind die Hürden niedrig. Meistens reicht eine Treppenbreite von 70 bis 80 cm aus, damit Ihre Knie während der Fahrt nicht an der gegenüberliegenden Wand anecken. Bei besonders schmalen Treppen greifen wir auf schwenkbare Sitzkonstruktionen wie einen Drehsitz zurück, mit dem knapp unter 70 cm noch funktionieren können.
Im Mehrfamilienhaus gelten strengere Regeln, weil die Treppe ein Fluchtweg für alle Parteien bleiben muss. Welche Restlaufbreite zulässig ist, regelt die jeweilige Landesbauordnung. In den meisten Bundesländern sind 100 cm vorgeschrieben; 80 cm werden nur in begründeten Ausnahmefällen geduldet. Welche weiteren Vorgaben beim Einbau zu beachten sind, haben wir im Ratgeber zu den TÜV-Vorschriften und der Abnahme zusammengefasst.
Machbarkeit auf verschiedenen Treppenarten
Moderne Liftsysteme passen sich praktisch jedem Treppenverlauf an. Die Schiene wird individuell gebogen, egal ob die Treppe gerade, kurvig oder über mehrere Ebenen verläuft.
Gerade Treppen sind der einfachste Fall. Die Schiene läuft in einer Linie, die Montage ist in wenigen Stunden erledigt und der Lift nimmt in Parkposition wenig Platz ein.
L- und U-Treppen, also Treppen mit einer oder zwei 90-Grad-Kurven, sind im deutschen Eigenheim der Regelfall. Hier kommt ein Kurvenlift mit maßgefertigter Schiene zum Einsatz, die sich wahlweise an der Wand oder am inneren Geländer führen lässt.
Bei Podesttreppen wird die waagerechte Zwischenebene einfach mit überfahren. Die Schiene biegt sich um das Podest herum und endet erst am oberen Treppenende. Die benötigte Treppenbreite ist dabei meist die gleiche wie bei einer geraden Treppe.
Etwas mehr Aufwand erfordern Freitreppen, bei denen die Stufen ohne klassischen Unterbau wirken. Weil sich hier keine Standardbefestigung direkt an der Stufe verwenden lässt, arbeiten wir hier entweder mit speziellen Schrauben oder sofern möglich mit einer Wandbefestigung, wenn eine tragende Wand vorhanden ist.
Konstruktion, Einbaumaße und das Treppenauge
Damit der Lift den Alltag nicht einschränkt, bauen die Hersteller die sichtbaren Teile möglichst schlank. Sitz, Armlehnen und Fußstütze klappen senkrecht an die Schiene. In diesem geparkten Zustand bleiben nur 30 bis 40 cm der Treppenbreite belegt.
Neben der Breite zählt auch die Kopffreiheit. Sie müssen während der gesamten Fahrt aufrecht sitzen können, also darf die Decke über der Treppe nirgendwo zu niedrig hängen. Besonders unter Dachschrägen, Zwischendecken und bei tief hängenden Leuchten prüfen wir das beim Aufmaß genau.
Sonderfall Treppenauge
Bei Wendeltreppen montieren wir den Lift fast immer an der Innenseite, also im Treppenauge. Das hat zwei Vorteile: Die breitere Außenseite der Stufen bleibt für Fußgänger frei, und die Schiene lässt sich innen deutlich steiler führen als außen. Entscheidend ist die lichte Breite zwischen den Treppenläufen. Je größer das Auge, desto kompakter lässt sich der Lift einpassen.
Der Platzbedarf beim Plattformlift für Rollstuhlfahrer
Für Rollstuhlfahrer sieht die Rechnung anders aus. Ein Plattformlift transportiert nicht nur einen Menschen, sondern den kompletten Rollstuhl samt Nutzer und braucht dementsprechend mehr Platz. Als Mindestbreite rechnen wir mit 90 bis 100 cm Treppenbreite, eher mehr als weniger.
Die Plattform lässt sich bei Nichtgebrauch zwar hochklappen, sichtbar ist aber dennoch deutlich mehr Technik als bei einem Sitzlift. Reicht die Breite nicht aus, ist ein senkrechter Hublift oft die bessere Lösung. Hublifte werden häufig außen neben Terrasse oder Balkon aufgestellt und überbrücken dort eine Etage. Spezielle Lösungen für schwierige Engpässe finden Sie bei unseren Treppenliften für schmale Treppen.
Die Parkposition und Miet-Optionen
Ein Punkt, der bei der Planung gern untergeht, ist die Parkposition. Am oberen und unteren Ende der Treppe braucht der Lift einen festen Platz, an dem er sicher abgestellt werden kann, ohne eine Tür oder einen Durchgang zu versperren. Ist der Flur sehr eng, bieten wir eine gebogene Schiene auch bei einer geraden Treppe an , um am Ende leicht um die Ecke zu fahren, damit der Lift außerhalb des Laufwegs parkt.
In 4 Schritten zur Barrierefreiheit
Der Weg zu Ihrem neuen Treppenlift ist bei Siemer einfach und transparent gestaltet. So kommen Sie zu Ihrer Lösung:
Übersicht: Alle Maße auf einen Blick
Modell / Wohnsituation
Erforderliche Mindestbreite
Platzbedarf im geklappten Zustand
Sitzlift (Einfamilienhaus)
ca. 70 bis 80 cm
ca. 30 bis 40 cm
Sitzlift (Mehrfamilienhaus)
100 cm (wg. Fluchtwegen)
ca. 30 bis 40 cm
Plattformlift (Rollstuhl)
ca. 90 bis 100 cm
ca. 35 bis 45 cm
Erforderliche Kopffreiheit
individuell (aufrechtes Sitzen)
–
Sichere Montage mit Siemer Treppenlifte
Damit am Ende alles sitzt, arbeiten wir bei jedem Einbau nach demselben Schema, das sich über Jahre in der Praxis bewährt hat.
Aufmaß vor Ort: Wir messen nicht nur die Treppenbreite, sondern dokumentieren den gesamten Treppenraum per Foto und Laser. So lässt sich die Schiene später so dicht wie möglich an der Wand oder am Geländer führen.
Montage durch eigene Monteure: Unsere Monteure sind direkt bei den Herstellern geschult. Sie justieren die Schienen vor Ort nach und beherrschen auch heikle Fälle wie Freitreppen, Wendeltreppen oder Einbauten unter Dachschrägen.
Beratung zu Förderungen: Wir sagen Ihnen klar, welche Zuschüsse in Ihrer Situation infrage kommen. Die Pflegekasse übernimmt bei einem anerkannten Pflegegrad bis zu 4.180 €. Je nach Bundesland kommen Landesprogramme oder unter bestimmten Bedingungen KfW-Mittel hinzu.
Fazit: Maßarbeit für jedes Treppenhaus
Die Angst, dass die eigene Treppe zu schmal sein könnte, erweist sich in den allermeisten Fällen als unbegründet. Im Einfamilienhaus genügen mit einem hochklappbaren Sitz und einer passgenau gebogenen Schiene rund 70 cm Treppenbreite. Enger wird es nur im Mehrfamilienhaus, wo der Fluchtweg zwingend freigehalten werden muss, und beim Plattformlift für Rollstühle. Ob Ihre konkrete Treppe passt, können wir Ihnen nach einem Vor-Ort-Termin verbindlich sagen, inklusive Kostenvoranschlag und Zeitplan.
Häufige Fragen (FAQ) zum Platzbedarf
Nein. Sitz, Armlehnen und Fußbrett lassen sich hochklappen, sobald der Lift nicht benutzt wird. Er nimmt dann nur noch etwa 30 bis 40 cm der Treppenbreite ein. Das reicht in praktisch jedem Treppenhaus, damit andere Bewohner die Treppe weiter wie gewohnt nutzen können.
Das hängt von Ihrer Treppe ab. Grundsätzlich kann die Schiene auf der Wandseite oder zum inneren Geländer, dem sogenannten Treppenauge, montiert werden. Bei Kurven- und Wendeltreppen entscheiden wir uns oft für die innere Seite, weil dann die breitere Außenseite der Stufen für Fußgänger frei bleibt. Welche Seite bei Ihnen sinnvoller ist, ergibt sich beim Aufmaß.
Das kommt darauf an, auf welcher Seite die Schiene verläuft. Wird der Lift auf der Seite des Handlaufs montiert, muss dieser ggf. weichen, um die Schiene dichter an die Wand- oder Geländerseite zu montieren. Läuft die Schiene gegenüber dem Handlauf, muss hier genug Kniefreiheit gewährleistet sein, damit diese den gegenüberliegenden Handlauf nicht touchieren.
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